Fernsehen: DVB, HDTV
ID #1149
Grüne Bildstörungen aus DVB-Streams entfernen
Einige DVD-Player erweisen sich als störanfällig für DVDs, die aus Mitschnitten digitaler Fernsehübertragungen gewonnen wurden. Mit ein paar einfachen Kniffen kann das Problem bei der Wurzel gepackt und die Aufnahme gerettet werden.
Info: Streaming
Weil die Störung nur in Verbindung mit bestimmten DVD-Playern bzw. bestimmten Chipsätzen auftritt, andere Geräte mit denselben Streams aber nicht betroffen sind, hat sich die Schlussfolgerung als naheliegend herausgebildet, dass eine Verbindung von Stream und Player ursächlich sein müsste.
dvb.matt, der Ziehvater von ds.jar und Project X, hat sich des Problems angenommen und zusammen mit anderen Beteiligten die Analyse der betroffenen Streams vorangetrieben. Es sollte sich herausstellen, dass bei einigen Sendern manchmal eine Kennung („Flag“) im Datenstrom transportiert wird, die einige DVD-Player nicht 'mögen'. Werden mit dieser Flag gesendete und später zu Video-DVDs gewandelte Streams auf störungsanfälligen Playern abgespielt, kann das Bild aussehen wie in Abb. 1. Fehlt die Flag, sind auch die problematischen Player unauffällig.
Im Zuge dieser Vergleiche wurde schließlich die Flag isoliert, die den Unterschied zwischen normaler und gestörter Wiedergabe bedingt:
Composite_Display_Flag
Diese Flag - kurz CDF - ist im Stream aktiviert, wenn sie vom Sender gesetzt wurde und führt bei den Problemgeräten zu besagten grünen Klötzchen. Sendungen, bei denen auf das Setzen der CDF verzichtet wird, weisen keine Störung auf; ein Lösungsansatz besteht folglich darin, sich dieser Flag zu entledigen und das Ergebnis zu testen.

Die Lösung
Kaum war das Problem isoliert, haben sich Tüftler an die Programmierung von Patchprogrammen gesetzt, um die CDF aus den DVB-Mitschnitten zu beseitigen und zu prüfen, ob so modifizierte Mitschnitte fehlerfrei abgespielt werden können. Diese Experiemente waren von Erfolg gekrönt, so dass sich das Ergebnis der Bemühungen an dieser Stelle mit zwei verschiedenen Ansätzen festhalten lässt:
c.d.flagged infos of pictures
aktiviert werden (Abb. 3). Während des Demultiplexings wird die CDF automatisch entfernt.

Für das Demultiplexing lässt sich auch in PVAStrumento die Beseitigung der CDF wählen und ist im Gegensatz zu Project X bereits automatisch vorselektiert (Abb. 5).

2. Reparatur fertiger DVD-Strukturen
Sind schon DVDs geauthort worden, wäre es ärgerlich, erneut demultiplexen und das komplette Authoring wiederholen zu müssen, um sich dieses Fehlers zu entledigen. Um das zu vermeiden, hat Richard Schmidt ein Patchprogramm namens 'compositekiller' geschrieben und uns zum Download zur Verfügung gestellt [3], womit VOB für VOB von dieser Flag gesäubert werden kann. Dazu werden die betroffenen Dateien per Drag & Drop auf das Programm compositekiller.exe gezogen und im normalen Modus behandelt. Ist das Prozedere für alle betroffenen VOBs erfolgt, kann die DVD-Struktur neu auf DVD gebrannt werden und sollte sich fortan auch von Playern mit Zoran-Decoderchip ohne unansehnliche Bildstörungen abspielen lassen.
Auch für Linux hat sich aus der Mitte der Community eine Lösung gefunden. Martin Bruns portierte dafür das Programm von Richard Schmidt und stellte es ebenfalls zum Download zur Verfügung [4], [5]. Martin Bruns gibt den Anwendern folgende Nutzungshinweise:
Mit compositekiller für Linux wird das composite display flag in VOB-Dateien gelöscht. Am Besten werden alle VOB-Dateien in einer DVD-Struktur unmittelbar vor dem Brennen auf DVD bearbeitet - zum Beispiel mit folgendem Befehl (in bash) im VIDEO_TS Verzeichnis der DVD Struktur.
Das Drag & Drop der Windows-Version funktioniert nicht in der Linux-Portierung.
Die Protagonisten
Wiljo
Autor von PVAStrumento; ähnlicher Einsatzzweck wie Project X exklusiv für Windows
Richard Schmidt
Autor von compositekiller und engagierter Mitstreiter bei der Suche nach einer Lösung des CDF-Problems
Es könnte so einfach sein: Der DVB-Receiver hat auf der Festplatte den Datenstrom der Lieblingssendung abgelegt, woraus eine handgemachte DVD entstand. Doch dann kommt das Erwachen, denn der Bildschirm zeigt nicht das Wunschprogramm, sondern ist gefüllt von undefinierbarem Störfeuerwerk, das Bild ist kaum zu erkennen. Nun ist guter Rat teuer. Schlug die Aufnahme fehl? Auf dem PC kann der Datenstrom korrekt abgespielt werden, daran kann es nicht liegen. Wurde das falsche DVD-Programm bemüht? Andere Projekte funktionieren tadellos. Ist der DVD-Player defekt? Abermals funktionieren andere selbst erstellte DVDs ohne Fehl und Tadel. Frust macht sich breit, aber Hoffnung aus dem Internet naht.
Eine Gruppe findiger Tüftler fand nach unermüdlichem Forscherdrang am Ende eine Lösung [1], wofür sie sich zu Recht einigen Respekt verdient hat: Chapeau! Bevor nun die Lösung vorgestellt wird, sei kurz der Blick auf die Problemursache und den Ausgangspunkt der Analyse gerichtet.
Da das Thema nur vereinzelt auftaucht und lediglich eine geringe Minderheit an - älteren - DVD-Playern betrifft, umhüllen einige dichte Nebelschwaden das vorgenannte Phänomen.
Das Problem
Alles fängt bei der Aufzeichnung von DVB-Sendungen an. Völlig gleich, mit welchem Programm auf dem Computer oder über welche Settop-Box auf Festplatte gestreamt wird (siehe Info-Box „Streaming“), zeigt sich auf bestimmten Geräten manchmal besagte Verblockung. Betroffen sind, wie sich durch die Auswertung von Erfahrungsberichten isolieren ließ, Abspielgeräte mit einem bestimmten Decoderchip: Zoran. Zu Vertretern der Player-Spezies mit dem störanfälligen Decoderchip gehören beispielsweise, aber keineswegs abschließend: SEG 430, Samsung DVD-S224, Samsung DVD-E232, Grundig GDP-1100, Grundig GDP-9425, Toshiba SD-140E, Toshiba SD-1300 oder XORO AEP-810.
Alles fängt bei der Aufzeichnung von DVB-Sendungen an. Völlig gleich, mit welchem Programm auf dem Computer oder über welche Settop-Box auf Festplatte gestreamt wird (siehe Info-Box „Streaming“), zeigt sich auf bestimmten Geräten manchmal besagte Verblockung. Betroffen sind, wie sich durch die Auswertung von Erfahrungsberichten isolieren ließ, Abspielgeräte mit einem bestimmten Decoderchip: Zoran. Zu Vertretern der Player-Spezies mit dem störanfälligen Decoderchip gehören beispielsweise, aber keineswegs abschließend: SEG 430, Samsung DVD-S224, Samsung DVD-E232, Grundig GDP-1100, Grundig GDP-9425, Toshiba SD-140E, Toshiba SD-1300 oder XORO AEP-810.
Info: Streaming
Um aus DVB-Mitschnitten DVDs zu gewinnen, müssen diese zunächst als digitaler Datenstrom auf der Festplatte landen. Dafür bieten sich einerseits TV-Karten, andererseits DVB-Receiver mit Festplatte und/oder Netzwerkanschluss an.
Bei der Aufnahme werden die von den Sendern stammenden Datenpakete je nach Software oder Gerät roh oder gefiltert mitgeschrieben. Dieser Prozess wird als „Streaming“ bezeichnet und ist der Ausgangspunkt für eine rein digitale Nachbearbeitung ohne Qualitätsverluste.
Programme wie Project X oder PVAStrumento bieten sich an, aus diesem Mitschnitt die benötigen Video- und Audioströme zu trennen und für ein anschließendes DVD-Authoring (z.B. mit TMPGEnc DVD Author, Mediachance DVDLab oder ahead Nero) vorzubereiten. Ist das abgeschlossen, hat man von einer Aufnahme eine Video-DVD erstellt, die von den meisten DVD-Playern abgespielt wird.
Bei der Aufnahme werden die von den Sendern stammenden Datenpakete je nach Software oder Gerät roh oder gefiltert mitgeschrieben. Dieser Prozess wird als „Streaming“ bezeichnet und ist der Ausgangspunkt für eine rein digitale Nachbearbeitung ohne Qualitätsverluste.
Programme wie Project X oder PVAStrumento bieten sich an, aus diesem Mitschnitt die benötigen Video- und Audioströme zu trennen und für ein anschließendes DVD-Authoring (z.B. mit TMPGEnc DVD Author, Mediachance DVDLab oder ahead Nero) vorzubereiten. Ist das abgeschlossen, hat man von einer Aufnahme eine Video-DVD erstellt, die von den meisten DVD-Playern abgespielt wird.
Die Ursache
Diese Störung, die sich in starker grüner Verblockung äußert, ließ sich bis vor kurzem nicht durch Verwendung von Programmen wie Project X oder PVAStrumento vermeiden, auch das Authoring- oder Brennprogramm hatte nebst der Verwendung besserer oder schlechterer Rohlinge keine Einflüsse darauf. Die Ursache musste an anderer Stelle gesucht werden.
Diese Störung, die sich in starker grüner Verblockung äußert, ließ sich bis vor kurzem nicht durch Verwendung von Programmen wie Project X oder PVAStrumento vermeiden, auch das Authoring- oder Brennprogramm hatte nebst der Verwendung besserer oder schlechterer Rohlinge keine Einflüsse darauf. Die Ursache musste an anderer Stelle gesucht werden.
Weil die Störung nur in Verbindung mit bestimmten DVD-Playern bzw. bestimmten Chipsätzen auftritt, andere Geräte mit denselben Streams aber nicht betroffen sind, hat sich die Schlussfolgerung als naheliegend herausgebildet, dass eine Verbindung von Stream und Player ursächlich sein müsste.
dvb.matt, der Ziehvater von ds.jar und Project X, hat sich des Problems angenommen und zusammen mit anderen Beteiligten die Analyse der betroffenen Streams vorangetrieben. Es sollte sich herausstellen, dass bei einigen Sendern manchmal eine Kennung („Flag“) im Datenstrom transportiert wird, die einige DVD-Player nicht 'mögen'. Werden mit dieser Flag gesendete und später zu Video-DVDs gewandelte Streams auf störungsanfälligen Playern abgespielt, kann das Bild aussehen wie in Abb. 1. Fehlt die Flag, sind auch die problematischen Player unauffällig.
Im Zuge dieser Vergleiche wurde schließlich die Flag isoliert, die den Unterschied zwischen normaler und gestörter Wiedergabe bedingt:
Composite_Display_Flag
Diese Flag - kurz CDF - ist im Stream aktiviert, wenn sie vom Sender gesetzt wurde und führt bei den Problemgeräten zu besagten grünen Klötzchen. Sendungen, bei denen auf das Setzen der CDF verzichtet wird, weisen keine Störung auf; ein Lösungsansatz besteht folglich darin, sich dieser Flag zu entledigen und das Ergebnis zu testen.


Abb. 1. Grüne Blöcke im Video
Die Lösung
Kaum war das Problem isoliert, haben sich Tüftler an die Programmierung von Patchprogrammen gesetzt, um die CDF aus den DVB-Mitschnitten zu beseitigen und zu prüfen, ob so modifizierte Mitschnitte fehlerfrei abgespielt werden können. Diese Experiemente waren von Erfolg gekrönt, so dass sich das Ergebnis der Bemühungen an dieser Stelle mit zwei verschiedenen Ansätzen festhalten lässt:
1. Problem an der Wurzel packen
dvb.matt hat in Project X seit Version 0.81.8.00 eine Funktion eingebaut, um die CDF aufzuspüren und auf Wunsch zu beseitigen. Dazu wird der Stream wie gewohnt geladen, über Specials der Schnitteditor aufgerufen und nachgeschaut, ob das Kürzel 'cdf' angezeigt wird (Abb. 2). Ist das der Fall, kann über den Reiter 'video' die Patchfunktion für
dvb.matt hat in Project X seit Version 0.81.8.00 eine Funktion eingebaut, um die CDF aufzuspüren und auf Wunsch zu beseitigen. Dazu wird der Stream wie gewohnt geladen, über Specials der Schnitteditor aufgerufen und nachgeschaut, ob das Kürzel 'cdf' angezeigt wird (Abb. 2). Ist das der Fall, kann über den Reiter 'video' die Patchfunktion für
c.d.flagged infos of pictures
aktiviert werden (Abb. 3). Während des Demultiplexings wird die CDF automatisch entfernt.


Abb. 2, 3. CDF-Erkennung und -Entfernung mit Project X
Eine ähnliche Funktion hat Wiljo auch in PVAStrumento seit Version 2.1.0.11 eingebaut [2]. Wird die Datei in PVAStrumento geladen und wählt der Anwender Info, signalisiert das Programm in einer Zusammenfassung mit einem Hinweis auf die CDF Handlungsbedarf (Abb. 4).
Für das Demultiplexing lässt sich auch in PVAStrumento die Beseitigung der CDF wählen und ist im Gegensatz zu Project X bereits automatisch vorselektiert (Abb. 5).


Abb. 4, 5. CDF-Erkennung und -Entfernung mit PVAStrumento
2. Reparatur fertiger DVD-Strukturen
Sind schon DVDs geauthort worden, wäre es ärgerlich, erneut demultiplexen und das komplette Authoring wiederholen zu müssen, um sich dieses Fehlers zu entledigen. Um das zu vermeiden, hat Richard Schmidt ein Patchprogramm namens 'compositekiller' geschrieben und uns zum Download zur Verfügung gestellt [3], womit VOB für VOB von dieser Flag gesäubert werden kann. Dazu werden die betroffenen Dateien per Drag & Drop auf das Programm compositekiller.exe gezogen und im normalen Modus behandelt. Ist das Prozedere für alle betroffenen VOBs erfolgt, kann die DVD-Struktur neu auf DVD gebrannt werden und sollte sich fortan auch von Playern mit Zoran-Decoderchip ohne unansehnliche Bildstörungen abspielen lassen.
Auch für Linux hat sich aus der Mitte der Community eine Lösung gefunden. Martin Bruns portierte dafür das Programm von Richard Schmidt und stellte es ebenfalls zum Download zur Verfügung [4], [5]. Martin Bruns gibt den Anwendern folgende Nutzungshinweise:
Mit compositekiller für Linux wird das composite display flag in VOB-Dateien gelöscht. Am Besten werden alle VOB-Dateien in einer DVD-Struktur unmittelbar vor dem Brennen auf DVD bearbeitet - zum Beispiel mit folgendem Befehl (in bash) im VIDEO_TS Verzeichnis der DVD Struktur.
for i in *VOB; do compositekiller $i -b; done
Das Drag & Drop der Windows-Version funktioniert nicht in der Linux-Portierung.
Die Protagonisten
dvb.matt
Autor von Project X (ehemals ds.jar), einem plattformunabhängigen Java-Programm für Demultiplexing und Reparatur von DVB-Mitschnitten
Autor von Project X (ehemals ds.jar), einem plattformunabhängigen Java-Programm für Demultiplexing und Reparatur von DVB-Mitschnitten
Wiljo
Autor von PVAStrumento; ähnlicher Einsatzzweck wie Project X exklusiv für Windows
Richard Schmidt
Autor von compositekiller und engagierter Mitstreiter bei der Suche nach einer Lösung des CDF-Problems
Martin Bruns
Portierung des compositekillers für Linux
Portierung des compositekillers für Linux
Die Community
Ohne die enge Kooperation zahlreicher Mitglieder verschiedener Foren wäre eine Lösung nicht so rasch möglich gewesen, darunter:
forum.dvbtechnics.info,
dvd-svcd-forum.de/forum,
dvdboard.de/forum
dvd-svcd-forum.de/forum,
dvdboard.de/forum
Quellen und Lesehinweise:
[1] Thread, der von der Analyse zur Beseitigung des CDF-Problems führte
[2] Einbau des CDF-Entferners in PVAStrumento
[3] Download Compositekiller 0.6 zur Entfernung der CDF aus VOBs für Windows/Linux
[4] Website von Martin Bruns' Compositekiller 0.3.1 für Linux
[5] Download Compositekiller 0.3.1 für Linux
angehängte Dateien: Technik-Kloetze.pdf
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Letzte Änderung des Artikels: 2007-05-15 13:32
Verfasser des Artikels: Sunny
Revision: 1.0
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